Lisa Gnadl
Gerechtigkeit macht stark.

Pressemitteilung:

Wiesbaden, 15. März 2018

Ausbildung? Garantiert!

SPD-Fraktion im Hessischen Landtag will allen jungen Menschen eine berufliche Perspektive geben

Die SPD-Fraktion im Hessischen Landtag hat heute ihr Konzept zur Verbesserung der schulischen und beruflichen Ausbildung vorgestellt. Unter dem Titel „Ausbildung? Garantiert!“ hat eine Arbeitsgruppe der Fraktion Handlungsempfehlungen und Reformvorschläge erarbeitet, die dazu beitragen sollen, auch den Jugendlichen zu einer Berufsausbildung zu verhelfen, die bislang wenige oder keine Chancen auf eine Lehrstelle haben.

Bei der Vorstellung des Konzepts heute in Wiesbaden betonte der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Thorsten Schäfer-Gümbel, dass Bildung und Ausbildung die Schlüssel zu beruflichem und persönlichem Erfolg im Leben seien. „Wir dürfen nicht einfach hinnehmen, dass viele junge Menschen in Hessen keinen Abschluss haben, der sie auch formal für einen Beruf qualifiziert. Um das zu ändern, braucht es eine gemeinsame Kraftanstrengung von Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik“, sagte Schäfer-Gümbel.

Im Kern gehe es darum, wieder im öffentlichen Bewusstsein zu verankern, dass eine Berufsausbildung genauso viel wert sei, wie ein Studium. Schäfer-Gümbel sagte: „Mit dem Versprechen auf sozialen Aufstieg durch Bildung ist eben nicht ausschließlich ein Hochschulstudium gemeint. Ein gut ausgebildeter Schreiner, eine qualifizierte Lackiererin, ein fähiger Chemikant oder eine souveräne Mechatronikerin sind jedem Akademiker ebenbürtig. Es gibt keine Hierarchie zwischen dualer und akademischer Ausbildung. Ausgehend von dieser Tatsache müssen wir dafür sorgen, dass jeder junge Mensch sich für den Werdegang entscheiden kann, der für ihn persönlich am besten ist – und nicht in einen Bildungsweg gezwungen wird, der vermeintlich mehr Ansehen bringt. Dazu brauchen wir eine frühzeitige Berufsorientierung, mehr Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Bildungsgängen und mehr Unterstützung für diejenigen, die – warum auch immer – eine besondere Förderung auf dem Weg zur Ausbildungsreife benötigen. Das und weitere Maßnahmen haben wir in unserem Konzept gebündelt.“

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Lisa Gnadl, bei der die Federführung für das Ausbildungskonzept lag, nannte drei Kernforderungen der SPD für die künftige Orientierung der Berufsausbildung: „Erstens brauchen wir eine frühzeitige Berufsorientierung in allen Schulformen. Je früher man hier ansetzt, umso besser sind die Jugendlichen informiert und umso souveräner können sie die Entscheidung für den richtigen Weg ins Berufsleben treffen. Zweitens muss das Land wieder seiner Vorbildfunktion gerecht werden und mehr ausbilden. Die Zahl der dualen Ausbildungsverhältnisse – also das, was früher ‚Lehrstelle‘ hieß – in der Landesverwaltung ist von 2011 bis 2015 drastisch gesunken: von 806 auf 531. Neuere Zahlen als die von 2015 konnte oder wollte uns die Landesregierung nicht nennen. Die Begründung für die reduzierte Ausbildungstätigkeit des Landes war immer, dass es infolge des demografischen Wandels weniger junge Menschen gebe, die eine Ausbildungsstelle benötigten. Aber wir wissen inzwischen, dass das falsch ist. Noch immer benötigen Jugendliche Lehrstellen – der öffentliche Dienst muss da als Vorbild vorangehen. Und drittens fordern wir, dass die Frage, ob ein Unternehmen ausbildet oder nicht, zum festen Kriterium bei der Vergabe öffentlicher Aufträge wird. Bisher kann das zu den Entscheidungsgründen bei der Auftragsvergabe herangezogen werden, wir wollen, dass es bei der Entscheidung verpflichtend berücksichtigt werden muss.“

Zu ihrem Berufsbildungskonzept hat die SPD-Fraktion im Landtag einen Beschlussantrag eingebracht, der die erforderlichen Veränderungen auf den Weg bringen soll. Dazu erläuterte Lisa Gnadl: „Ohne Änderungen in unserem derzeitigen System können wir das Ziel, allen jungen Menschen in Hessen eine Zukunftsperspektive zu geben, nicht erreichen. Wir hoffen, dass die anderen Parteien im Landtag den Handlungsbedarf erkennen und gemeinsam mit uns daran gehen, die Chancen derer, die bisher zurückgelassen werden, zu verbessern. Denn am Ende profitiert nicht nur jeder Einzelne von einem erfolgreichen Berufsleben, sondern auch die Allgemeinheit, die unter dem Fachkräftemangel schon heute leidet.“

Den Antrag der SPD-Fraktion finden Sie der Pressemeldung beigefügt, die Broschüre zum Ausbildungskonzept der SPD-Fraktion finden Sie zum Download unter https://www.spd-fraktion-hessen.de/spd_ausbildungspapier2018_web/

Lisa Gnadl

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